Die Basis dieses Prozesses ist eine empathische therapeutische Beziehung. Sie bildet das Herzstück der Therapie. Die Therapeutin ist zu jeder Zeit empathisch auf den emotionalen Prozess des Patienten eingestimmt. Dies vermittelt dem Patienten Sicherheit und Verständnis und erleichtert ihm, sich auf die Exploration seines inneren Erlebens einzulassen.
Um den Veränderungsprozess optimal zu fördern, verbindet der therapeutische Ansatz der Emotionsfokussierten Therapie den empathisch „folgenden“ mit einem prozessdirektiven „leitenden“ therapeutischen Stil.
Die Emotionsfokussierte Therapie hat eine Reihe zentraler kognitiv-affektiver Verarbeitungsprobleme identifiziert und auf Basis langjähriger Prozessforschung entsprechende Interventionen entwickelt und angepasst. Je nach Störungsbild stehen andere Verarbeitungsprobleme und damit andere Interventionen im Vordergrund. Ein Beispiel für ein Verarbeitungsproblem, das insbesondere bei Depressionen häufig auftritt, ist eine selbstbewertende Spaltung in der Form massiver Selbstkritik, die zu Gefühlen von Scham und Wertlosigkeit führt. Für jedes Verarbeitungsproblem wurden Marker definiert. Aussagen des Patienten und/oder nonverbale Anzeichen deuten auf das Bestehen und die emotionale Relevanz eines bestimmten Problems hin. Zu diesem Zeitpunkt kann dann eine entsprechende therapeutische Aufgabe oder Intervention (z.B. Zwei-Stuhl Arbeit, Leere-Stuhl Arbeit, Focussing, Systematisches Evokatives Erschließen usw.) eingeführt werden. Für jede Intervention wurden im Rahmen von Prozessforschung zentrale Schritte herausgearbeitet, die im Lösungsprozess essentiell sind und das Vorgehen des Therapeuten leiten.
Das markergeleitete Vorgehen strukturiert das therapeutische Arbeiten und erleichtert auf diese Weise nicht zuletzt Anfängern den Einstieg in die Emotionsfokussierte Therapie.
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