Emotionsfokussierte Paartherapie

Die emotionsfokussierte Paartherapie wurde in den 80er Jahren von Leslie S. Greenberg und Sue Johnson begründet (Greenberg & Johnson, 1986) und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt und beforscht (Greenberg & Goldman, 2006). 

Emotionsfokussierte Paartherapie im Überblick

  • Die Emotionsfokussierte Paartherapie ist ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren, das auf fortlaufender Psychotherapieprozess- und Ergebnisforschung basiert. Ihre Wirksamkeit ist empirisch belegt (Greenberg und Goldman, 2006; Johnson, Hunsley, Greenberg & Schindler, 1999).
  • Die Emotionsfokussierte Paartherapie ist ein erlebens- und prozessorientiertes Verfahren, welches die Arbeit mit Emotionen in den Mittelpunkt stellt.
  • Die Emotionsfokussierte Paartherapie arbeitet mit einer empathischen Grundhaltung und versucht das Paar in seiner Kommunikation sowie beide Partner in ihrem jeweiligen emotionalen Erleben einschließlich ihrer individuellen Geschichte und vergangenen emotionalen Verletzungen, zu verstehen.
  • Die Emotionsfokussierte Paartherapie arbeitet mit den Bedürfnissen, die in der Paarbeziehung unerfüllt bleiben, und den schmerzhaften Emotionen, die durch sie entspringen (wie Scham, Verachtung, Verzweiflung, Einsamkeit oder Schutzlosigkeit)
  • Aus der Forschung ist bekannt, dass die Tiefe der emotionalen Verarbeitung der Partner in der Therapiesitzung zu einem guten Therapieerfolg führen kann (Greenberg & Ford, 1993; Johnson & Greenberg, 1988). Die Offenbarung zuvor verborgener schmerzhafter Gefühle und die Transformation von Angst und Scham führen zu mehr Nähe und Verbindung und können dabei helfen, vergangene schmerzhafte Beziehungserfahrungen zu korrigieren.
  • In der Therapie wird im Hier-und-Jetzt gearbeitet und die erlebnisbasierte Verarbeitung unterstützt und gefördert. Paare werden dabei unterstützt, ihre eigenen Emotionen und die der/s Partnerin/s bewusst wahrzunehmen, auszudrücken und zu regulieren. Die dabei erlebten Emotionen können dadurch besser verstanden und akzeptiert werden. Dies hilft Paaren dabei, wieder mehr Nähe zu spüren und mehr angenehme Emotionen zu erfahren.
  • Aus der Forschung ist bekannt, dass es häufig drei emotionale Themen gibt, die Auswirkungen auf das Verhaltens- und Kommunikationsmuster des Paares haben. Darunter fallen die Themen Beziehung & Sicherheit, Identität und Attraktivität.